Cytomegalie-Test

Cytomegalie ist eine Erkrankung, die durch Viren der Herpesvirengruppe übertragen wird.

Die Inkubationszeit - Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung - beträgt circa zwei bis sechs Wochen. Die Ansteckung erfolgt über Schmierinfektionen - Küssen oder Intimkontakte sowie Kontakt mit Stuhl oder Urin und Speichel infizierter Babys und Kleinkinder.

Die Erkrankung geht bei Erwachsenen mit folgenden Symptomen einher:

  • Lymphknotenschwellung
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Selten Hepatitis (Leberentzündung)
  • Selten Polyneuritis (Nervenentzündung)

Sind die Viren erst einmal in den Körper eingedrungen, bleiben sie ein Leben lang dort, auch wenn die Krankheitszeichen bereits abgeklungen sind.

Die Erkrankung ist normalerweise für Erwachsene harmlos, kann jedoch ein ungeborenes Kind besonders im ersten und zweiten Drittel einer Schwangerschaft stark schädigen.

Die Erstinfektion der Mutter führt in ca. 30% zur kindlichen Infektion, von diesen 30% treten besonders nach Erstinfektion im ersten Schwangerschaftsdrittel in ca. 10% andauernde Folgen auf.

Mögliche Folgen einer Cytomegalie-Infektion für das Ungeborene sind:

  • Frühgeburt
  • Retardierung - vermindertes fetales Wachstum
  • Taubheit
  • Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Schädigung des Gehirns - z.B. Mikrozephalie; eingeschränkte geistige Funktion

95% der Neugeborenen sind asymptomatisch (ohne Symptome). Von den klinisch auffälligen Neugeborenen zeigen aber 80% neurologische Spätschäden und 30% versterben. Mögliche Spätfolgen  zunächst asymptomatischer Verläufe sind Sehstörungen,Hörstörungen und neurologische Ausfälle.

Das Kind kann sich auch nach der Geburt mit dem Virus anstecken, entweder unmittelbar während des Geburtsvorgangs oder im Nachhinein durch die Muttermilch.

Anzeichen der Infektion können auch erst Wochen oder gar Monate nach der Geburt auftreten.

  • Nervenausfälle
  • Hepatitis (Gelbsucht)
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Einblutungen in die Haut durch Gefäßwandschädigungen (Petechien)
  • Blutgerinnungsstörungen wegen Blutplättchenmangel
  • Hepato- und Splenomegalie - Vergrößerung von Leber und Milz

 

Die Diagnostik

Mittels Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob die Mutter neu aufgetretene Antikörper gegen das Cytomegalie-Virus (CMV) in sich trägt, das heißt entwickelt hat.

  • Cytomegalie-Antikörper des Typs IgM
  • Cytomegalie-Antikörper des Typs IgG

Die Blutuntersuchung sollte in der Frühschwangerschaft (8. SSW) erfolgen. Falls keine Antikörper nachweisbar sind, wird eine Kontrolluntersuchung in der 18. und 28. Schwangerschaftswoche (SSW) empfohlen.

Des Weiteren kann eine Ultraschalluntersuchung des Ungeborenen durchgeführt werden, um bei positivem Befund der Mutter eventuell bereits aufgetretene Schädigungen des Kindes festzustellen. Ebenso kann eine Untersuchung von Fruchtwasser, Nabelschnurblut oder eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt werden, um eine Infektion des Kindes festzustellen oder auszuschließen.

Infizierte Kinder werden mit einem Anti-Virus-Mittel behandelt und erhalten zusätzlich Antikörper. Es ist jedoch noch unklar, ob so Schädigungen des Gehirns vermieden werden können.

Der Nutzen einer Behandlung im Mutterleib mit CMV-Hyperimmunglobulin  ist umstritten. Auch Impfungen stehen derzeit noch nicht zur Verfügung.

Ihr Nutzen

Wenn bei Ihnen bereits Antikörper gegen die Erkrankung vorhanden sind, ist die Gefahr für Ihr Kind sehr gering, infiziert zu werden.

Bei einer Erstinfektion hingegen kann frühzeitig festgestellt werden, ob die Infektion auch auf das Ungeborene übertragen wurde.